Süddeutsche Einzelmeisterschaft Männer/Frauen in Backnang

Christoph Nesper

Sehr zufrieden war Backnangs Judo-Trainer Jan Schmidt mit dem Abschneiden seiner Athleten bei den süddeutschen Meisterschaften der Aktiven in der heimischen Mörikehalle. Bei den Männern konnten sich von den vier Kämpfern zwei für die deutschen Meisterschaften in vierzehn Tagen in Esslingen qualifizieren. Matthias Klee und Thomas Beck holten jeweils Bronze. Bei den Frauen lief es nicht ganz so gut. Tanja Hehr und Sarah Häußer standen zwar im kleinen Finale, mussten aber mit Rang fünf zufrieden sein.
In der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm waren gleich zwei Backnanger am Start. Alexander Volk hatte das Pech, dass er gleich gegen den ehemaligen deutschen Meister Boris Trupka (Jukadio Heidelberg) antreten musste. Der Nachwuchskämpfer der TSG verkaufte sich gut, war der Übermacht aber letztendlich nicht gewachsen. Gleich im Anschluss bezwang Matthias Klee relativ sicher Arthur Brzoza (SG Waldetzenburg), was allerdings hieß, dass er als nächstes gegen Trupka antreten musste. Und der Backnanger machte seine Sache gut. Er ging mit dem Favoriten über die volle Kampfzeit und brachte ihn mehrmals zum Wackeln. Eine Aktion des Heidelbergers brachte jedoch die entscheidenden Punkte. Trupka erzielte mit einer Selbstfalltechnik (Sumi-Gaeshi) eine Yuko, das er über die Zeit rettete.
So kam es, dass die beiden Backnanger in der Trostrunde aufeinander trafen. Wieder machte der junge Volk einen durchaus respektablen Kampf, musste sich aber doch der Erfahrung beugen. Klee erzielte mehrere Wertungen und siegte schließlich vorzeitig. Damit stand er dem stark eingeschätzten Gerhard Zeitler vom deutschen Rekordmeister TSV Abensberg gegenüber. Aber Klee dominierte den Kampf und siegte schließlich mit einem Armhebel. Im abschließenden kleinen Finale konnte dann auch Markus Reiter (ebenfalls vom TSV Abensberg) dem Backnanger nicht Paroli bieten. Dieser siegte mit einer Abtauchtechnik und sicherte sich so die Bronzemedaille.
Beinahe wäre auch Daniel Strobel in der nächsthöheren Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm so weit gekommen. Er besiegte zunächst Alexej Alimkin (JC Offenburg) recht sicher, traf dann aber auf Benedikt Hauger vom TSV München-Großhadern. Obwohl der TSG-Kämpfer zunächst recht gut mithielt, zog der Bayer schließlich sicher ins Halbfinale ein. Strobel musste in die Trostrunde um Platz drei und traf dort zunächst auf Simon Weig vom PTSV Hof. Hier konnte sich Strobel nach Punkten durchsetzen und stand damit im Kampf um Platz drei. Gegen Markus Geierhos (VfL Kaufering) war jedoch kein Mittel gewachsen, Strobel unterlag vorzeitig und landete auf Rang fünf.
Mehr Glück hatte Thomas Beck in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm. Der C-Kader-Athlet von der TSG Backnang musste sich für die Teilnahme an den deutschen Meisterschaften ganz schön strecken. Zwar lief im ersten Kampf noch alles glatt, Beck hatte mit Andreas Sterl vom TSV München-Großhadern wenig Mühe. Dann allerdings traf Beck auf den starken Thomas Loeffl (ebenfalls Großhadern), mit dem er sich ein verbissenes Duell lieferte, das er schließlich knapp verlor. Viel Mühe hatte Beck dann auch in den ersten beiden Kämpfen seiner Trostrunde. Gegen Bernd Beller (BC Karlsruhe) und Holger Kray (JC 1844 Freiburg) konnte sich der TSG-Kämpfer aber schließlich doch knapp durchsetzen.
So durfte man gespannt sein, was die Backnanger Hoffnung im Männerbereich dann im kleinen Finale gegen den Abensberger Nico Hönig noch leisten konnte. Aber Beck konnte sogar noch nachlegen. Er erwischte den stark eingeschätzten Bayern mit einer Aushebetechnik, die mit Waza-Ari bewertet wurde. Diesen Vorsprung rettete der Schmidt-Schützling über die Zeit, sodass auch er die Fahrkarte zu den deutschen Meisterschaften gelöst hatte. Dort wird die TSG Backnang freilich mit drei Startern vertreten sein. Aushängeschild Michaela Baschin wird vom Deutschen Judo-Bund gesetzt und konnte so die süddeutschen Titelkämpfe auslassen. Für sie geht es dann in Esslingen darum, ob sie ihren dritten nationalen Titel in Folge erringen kann.
Aber auch die anderen Backnanger Judo-Frauen zeigten starke Leistungen. Sarah Häußer kam mit einem Freilos und einem souveränen vorzeitigen Sieg über Alexandra Mederer (TV Altdorf) ins Halbfinale. Dort allerdings traf sie auf die ehemalige deutsche Meisterin Katharina Walta vom VfL Sindelfingen, gegen die sie sich schließlich doch deutlich geschlagen geben musste. Im abschließenden Kampf um die Bronzemedaille gegen Adelheid Könsgen (Großhadern) legte die Backnangerin dann zunächst einmal gut los. Schon bald führte sie mit Yuko (mittlere Wertung). Aber dann kam die Bayerin auf, sie nutzte zwei unvorsichtige Aktionen von Häußer zum Sieg und dem damit verbundenen Platz auf dem Siegertreppchen.
In der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm konnte sich Tanja Hehr ebenfalls so weit nach vorne kämpfen. Sie traf allerdings zunächst auf Simone Schuster vom VfL Sindelfingen, die in der Bundesliga für die TSG kämpft. Schuster setzte sich durch und zog am Ende ins Finale ein. Tanja Hehr setzte sich in der Trostrunde zunächst gegen Sonja Graichen (JC Zimmern) durch und traf dann auf ihre Vereinskameradin Juliana Friedl. Diese hatte zunächst gegen Daniela Jahn (JZ Heubach) verloren, sich dann aber gegen Sandra Adrian (TSV Tauberbischofsheim) durchgesetzt.
Im vereinsinternen Duell sammelte Hehr kräftig Punkte und zog so in den Kampf um Platz drei ein. Gegen Astrid Ederer (TV Jahn Nürnberg-Schweinau) hatte die Backnangerin zunächst optische Vorteile, ohne diese jedoch in Punkte ummünzen zu können. Als sie dann einmal nicht aufpasste, war es schon passiert. Ederer setzte mit einer Wurftechnik nach und sicherte sich das Edelmetall. Wenig Glück hatte dagegen Thea Vogel in der Klasse bis 52 Kilogramm. Sie unterlag gleich in der ersten Runde gegen Backnangs Bundesliga-Fremdstarterin Nicole Pavel vom DJK Ingolstadt. Da diese dann aber nicht Poolsiegerin werden konnte, war der Wettbewerb für die Backnangerin auch schon beendet.
Unterm Strich zeigte sich Trainer Jan Schmidt aber durchaus zufrieden. Zumal sich auch Backnangs Bundesliga-Kämpfer von anderen Vereinen hier gut verkauften. Sven Albrecht (JZ Heubach) wurde Zweiter in der Klasse über 100 Kilogramm, Simone Schuster holte Silber bis 63 Kilogramm. Dritte wurden Nicole Pavel bis 52 Kilogramm, Esther Drotler (VfL Sindelfingen) bis 57 Kilogramm und Dino Pfeiffer (BC Karlsruhe) bis 90 Kilogramm.