Gutes Abschneiden der TSG-Judokas bei der deutschen Meisterschaft

Christoph Nesper

(nd) – Richtig gut war das Abschneiden der TSG Judokas bei den diesjährigen deutschen Meisterschaften der U20 in Frankfurt/Oder. Schon allein dass die Backnanger mit sieben Athleten vertreten waren, ist ein Erfolg. Vor Ort aber konnte das Aufgebot von Trainer Tim Lamsfuß seine Leistungsstärke erneut unter Beweis stellen. Zwei Medaillen wurden an die Murr geholt: Katharina Menz erkämpfte Bronze bis 44 Kilogramm, Thomas Beck Silber bis 81 Kilogramm. Aber auch die weiteren Backnanger Athleten zeigten gute Leistungen, zumal mit Mark Spiegel , der sich im Training verletzt hatte, der süddeutsche Meister bis 73 Kilogramm gar nicht mit von der Partie war.
Der richtig große Wurf zum Gold gelang also nicht. Dabei hätten beide Backnanger Medaillengewinner sicherlich auch das Zeug zum Deutschen Meister. Entsprechend haderte Leichtgewicht Kathrina Menz mit dem Schicksal. Sie hatte zwar zuerst etwas Glück und zog durch ein Freilos gleich in das Viertelfinale ein. Dort allerdings zeigte die süddeutsche Meisterin ihre ganze Stärke. Sie schlug Elena Johannsen (Berlin) schon nach 23 Sekunden mit einem Würgegriff.
Im Halbfinale traf die TSG-Kämpferin dann auf Sara Sheikh (Wermelskirchen), gegen die durchaus ebenfalls ein Sieg machbar gewesen wäre. Einmal nicht aufgepasst, war Menz mit Yuko (mittlere Wertung) durch einen Seoi-Nage (Schulterwurf) in Rückstand geraten, den sie trotz fulminanter Angriffe bis zum Schluss nicht aufholen konnte. Im abschließenden Kampf um Platz drei konterte die Backnangerin einen Angriff mit Uchi-Mata (Innenschenkelwurf) aus und verteidigte nun ihrerseits den Vorsprung bis zum Gong. Ein Riesenerfolg für die erst Sechzehnjährige, die also noch mehr Chancen in der U20 bekommen wird.
Wesentlich mehr Erfahrung hat da schon Thomas Beck, der in der bärenstarken Klasse bis 81 Kilogramm antrat. Er machte seine Sache gut und trumpfte in der Vorrunde souverän auf. Zuerst bezwang er Arthur Westerkamp (Eschweiler) vorzeitig mit Haltegriff, dann ließ er Johannes Karsch (Schwerin) hinter sich. Aber auch im Viertelfinale war der Backnanger nicht zu stoppen. Er zwang Marc Odental (Mönchengladbach) schon nach 1:16 Minuten mit einem Würgegriff zur Aufgabe. Kaum besser erging es Niclas Tarasch (Witten-Annen) im Halbfinale. Er musste Beck nach 2:42 durch einen Armhebel den Finaleinzug überlassen.
Dort allerdings traf der TSG-Athlet selbst auf seinen Meister. Marc Natho (Frankfurt/Oder) war dem Backnanger in Punkto Athletik ebenbürtig und hatte das Glück auf seiner Seite. Das Finale war sehr umkämpft und ging über die volle Zeit von vier Minuten. Der Brandenburger hatte am Ende nach Punkten die Nase vorne, der C-Kader-Athlet von der Murr musste mit Silber zufrieden was. Das kann er aber auch, denn die Klasse bis 81 Kilogramm ist immer dermaßen stark besetzt, dass schon der Einzug ins Finale ein Supererfolg ist.
Nicht ganz in Medaillennähe kamen die weiteren Lamsfuß-Schützlinge, dennoch zeigte sich der Trainer auch mit ihnen zufrieden. Juliana Friedl konnte in ihrer Kategorie bis 63 Kilogramm einen durchaus respektablen Auftakt hinlegen. Sie schlug Frauke Kuczniarz (Köln) und Diana Zweigardt (Frankfurt/Main) vorzeitig und stand damit im Viertelfinale. Dort musste sie Anne Ritt (Leipzig) denkbar knapp mit Koka (kleine Wertung) den Vortritt lassen. In der Trostrunde konnte Friedl gegen Kerstin Schoknecht (Frankfurt/Oder) einen weiteren Sieg landen, ehe sie gegen die spätere Drittplazierten Melanie Gerber (Leipzig) nach etwas mehr als einer Minute verletzt aufgeben und mit einem achtbaren siebten Rang zufrieden sein musste.
Auf immerhin ein Erfolgserlebnis kam Alexander Volk in der Kategorie bis 60 Kilogramm. Er unterlag zunächst Oliver Lodtka vom gastgebenden Judo-Club, konnte sich in der Trostrunde aber gegen Maik Rohrloff (Mönchengladbach) durchsetzen, ehe die Niederlage gegen Kalala Ngoy (Hollage) den vorzeitigen Gang in die Umkleidekabine brachte. Genau gleich erging es Vitalij Fuhrmann in der Klasse bis 73 Kilogramm: Er unterlag zunächst Alexander Holzmann (Martinsried), konnte sich dann gegen Axel Richter (Braunschweig) durchsetzen und verlor in seinem dritten Kräftemessen gegen Marc Schäle (Frankfurt/Oder). Lediglich Tanja Hehr (bis 63 Kilogramm) hatte an diesem Tag gar kein Glück. Ihre Niederlage in Runde eins brachte schon das endgültige Aus.