Zweitligist aus Backnang besiegt den PSV Bamberg mit 12:2 und führt damit weiterhin die Liga an

TSG-Judokas nach beeindruckener Vorstellung weiter auf der Eins

Alexander Hornauer

Die Judokämpfer der TSG Backnang sorgen in der zweiten Bundesliga weiter für Furore. Der stark eingeschätzte PSV Bamberg hatte vor 300 Zuschauern in der Mörikehalle keine Chance. Die Backnanger verteidigten ihre Tabellenführung mit einem 12:2-Heimerfolg. Trainer Tim Lamsfuß erfreute sich am ausgeprägten Teamgeist und den hervorragenden Wechselmöglichkeiten, die ihm sein Kader bietet.

Mit einem so deutlichen Erfolg hatte bei der TSG niemand gerechnet. Der Respekt vor Bamberg war groß. Der PSV hatte zwar seine ersten beiden Begegnungen verloren, dies gegen die Topteams Riesa und Speyer aber nur denkbar knapp. In Backnang lief es allerdings von Beginn an schlecht für die Franken. Die ersten sechs Kämpfe gingen alle an die Gastgeber. Eine erstaunliche Dominanz, denn: Fünf dieser sechs Kämpfe waren eine klare Angelegenheit. Bangen mussten die TSG-Fans nur um den Sieg von Jens Holderle. Der hatte es in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm mit dem starken Wano Kakashvilli zu tun. Lange neutralisierten sich beide Athleten. Als Holderle eine Minute vor dem Ende des Kampfes von der Matte lief, zeigten die Kampfrichter eine Bestrafung an. Nun musste sich der Backnanger etwas einfallen lassen. Das Anrennen schien vergeblich. Doch Kakashvilli, mit dem kleinsten aller möglichen Vorsprünge ausgestattet, konnte sich den Angriffen Holderles nicht einfach durch Passivität entziehen. Sonst hätte auch ihm eine Bestrafung gedroht. Mit der Schlusssirene lief Kakashvilli in eine Kontertechnik. Ein Last-Minute-Sieg. Holderle hüpfte vor Freude schier an die Decke, die Halle stand Kopf. Nur die Bamberger schauten entgeistert. Sie mussten bis zum siebten und damit letzten Kampf des ersten Durchgangs warten, ehe sie den ersten Punkt einfuhren. Backnangs Simon Emhardt musste sich dem erfahrenen Volker Hummel in der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm nach einem engen Kampf geschlagen geben.

Mit einer 6:1-Führung im Rücken gingen die Backnanger in den zweiten Durchgang. Das roch bereits stark nach Heimsieg. Zumal die TSG-Kämpfer weiterhin souveräne Leistungen zeigten. Matthias Klee (bis 60 Kilogramm) wiederholt zum Auftakt seinen Sieg gegen den Bamberger Florian Birner. Er legte die Vorlage für Sascha Großmann (bis 81 Kilogramm): Der setzte sich gegen Matthias Benkert mit einer gekonnten Aushebetechnik vorzeitig durch, und das war Punkt Nummer acht. Damit war der Kampf auch rechnerisch entschieden. Trotzdem setzten die Backnanger nach. Christof Strobel und Matthias Dambacher bauten die Führung mit vorzeitigen Siegen weiter aus. Lediglich Moritz Bittner ging leer aus. Die Leistung des Youngster war aber gut. Sein Kampf gegen den starken Kakashvilli blieb bis zum Ende spannend. Dafür sammelten der in Durchgang zwei wie schon in Kampf eins siegreiche Sven Albrecht im Schwergewicht und der zwei Gewichtsklassen höher eingesetzte Thomas Beck (bis 100 statt bis 81 Kilogramm) weitere Zähler. Am Ende stand es 12:2 für die TSG, die damit weiter an Rang eins geführt wird. Nun kommt es im nächsten Kampf beim punktgleichen VfL Riesa zu einem richtigen Spitzenkampf.

Die Kämpfe im Einzelnen: 1:0 Klee (bis 60 Kilogramm, gegen Birner), 2:0 Beck (bis 81, Berger), 3:0 Daniel Strobel (bis 66, Schwab), 4:0 Dambacher (bis 90, Spudat), 5:0 Holderle (bis 73, Kakashvilli), 6:0 Albrecht (über 100, Bleicher), 6:1 Hummel (bis 100, Albrecht), 7:1 Klee (bis 60, Birner), 8:1 Großmann (bis 81, Benkert), 9:1 Christof Strobel (bis 66, Schwab), 10:1 Dambacher (bis 90, Frischmann), 10:2 Kakashvilli (bis 73, Bittner), 11:2 Albrecht (über 100, Schneider), 12:2 Beck (bis 100, Spudat).

Tim Lamsfuß: "Wir haben in dieser Saison auf allen Positionen nicht nur einen guten Mann. Dadurch können wir vom ersten auf den zweiten Durchgang wechseln, ohne dass wir schwä-cher werden. Moritz Bittner hat seinen Kampf knapp verloren, die Leistung aber war hervorragend. Klasse war auch, wie Thomas Beck zwei Gewichtsklassen höher gewonnen hat. Für uns gilt nach wie vor: Wir wollen einen Platz im vorderen Mittelfeld. Darum schauen wir auch weiterhin von Kampf zu Kampf."