Die Teilnahme an einer Europameisterschaft gehört für viele Nachwuchsjudoka zu den bedeutendsten Momenten ihrer bisherigen Laufbahn. Für Ivan Begic von der TSG Backnang wurde dieser Traum nun Wirklichkeit. Der frischgebackene Deutsche Meister der Altersklasse U18 vertrat Deutschland bei den U18-Europameisterschaften auf Gran Canaria und durfte sich dort erstmals mit den besten Nachwuchsathleten Europas messen.
Bereits die Nominierung für das deutsche Nationalteam ist Ausdruck einer außergewöhnlichen Entwicklung. Der Weg dorthin führt über Jahre konsequenter Trainingsarbeit, nationale Spitzenleistungen und zahlreiche Sichtungsmaßnahmen. Entsprechend hoch war auch das Niveau der Konkurrenz.
Zum Auftakt traf Begic auf den Italiener Federico Labate und zeigte sich von Beginn an mutig und offensiv. Im Anschluss wartete mit dem Bulgaren Tsvetomir Valkov einer der Turnierfavoriten. Gegen den technisch und taktisch hervorragend eingestellten Bulgaren musste sich der Backnanger geschlagen geben. Dass Valkov später den Europameistertitel gewann, verdeutlicht zusätzlich die enorme Qualität dieser Begegnung.
In der Trostrunde erhielt Begic die Chance, sich zurück in den Kampf um die Medaillen zu arbeiten. Dort traf er auf Nikola Lubura aus Bosnien und Herzegowina. Trotz großem Einsatz endete auch diese Begegnung zugunsten seines Gegners. Für Begic bedeutete dies am Ende einen starken neunten Platz bei seiner ersten Europameisterschaft – ein Ergebnis, das zeigt, dass der Backnanger bereits den Anschluss an Europas Spitze gefunden hat.
Noch eindrucksvoller verlief sein Auftritt im Mannschaftswettbewerb. Nach der Auftaktniederlage der deutschen Mannschaft gegen die späteren Vize-Europameister aus der Ukraine kämpfte sich Team Deutschland über die Trostrunde zurück. Dort kam Ivan Begic zum Einsatz und übernahm in einer entscheidenden Phase Verantwortung. Mit einer starken kämpferischen Leistung sicherte er seinem Team einen wichtigen Sieg durch eine Yuko-Wertung.
Da nach allen regulären Begegnungen Gleichstand herrschte, musste ein Entscheidungskampf über den Gesamtsieg entscheiden. Das Los fiel erneut auf den Backnanger Schwergewichtler. Begic stellte sich dieser besonderen Drucksituation mutig, konnte seinen vorherigen Erfolg jedoch nicht wiederholen. Deutschland unterlag Polen denkbar knapp mit 3:4.
Auch wenn eine Medaille letztlich ausblieb, überwiegen die positiven Erkenntnisse deutlich. Internationale Titelkämpfe unterscheiden sich in Intensität, Tempo und taktischer Qualität nochmals deutlich von nationalen Wettkämpfen. Genau diese Erfahrungen sind für die weitere Entwicklung eines jungen Athleten von unschätzbarem Wert.
Der Auftritt von Ivan Begic ist zugleich ein Beleg für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit der TSG Backnang. Hinter solchen Erfolgen stehen nicht nur Talent und Ehrgeiz des Athleten, sondern auch viele Menschen, die diesen Weg über Jahre begleiten. Ein besonderer Dank gilt den Bundes- und Landestrainern für die gezielte Förderung im Leistungssport sowie insbesondere Vereinstrainer Andrzej Trojnar und seinem Trainerteam. Sie schaffen täglich die Grundlagen, vermitteln Technik, Werte und Wettkampfmentalität und sorgen gemeinsam mit der Vereinsleitung für die Rahmenbedingungen, ohne die eine Teilnahme an Europameisterschaften kaum möglich wäre.
Mit seiner ersten Europameisterschaft hat Ivan Begic einen weiteren wichtigen Schritt auf seinem sportlichen Weg gemacht. Die gezeigten Leistungen lassen erkennen, dass der Backnanger auch künftig auf internationaler Bühne eine vielversprechende Rolle spielen kann.
